Leitstudie Integrierte Energiewende

Für eine erfolgreiche Energiewende müssen zukünftig alle Sektoren verbunden werden. Doch was bedeutet Sektorkopplung für Unternehmen im Wettbewerb? Wie sind Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg vereinbar? Und welche Infrastrukturen und Technologien benötigen wir?

dena-Chef Andreas Kuhlmann

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 um 80 Prozent und mehr zu reduzieren. Der größte Teil der Arbeit liegt dabei noch vor uns. Jetzt ist es wichtig, ein integriertes Energiesystem zu schaffen, in dem alle Sektoren miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt werden. Die Verbindung der Bereiche Strom, Wärme, Industrie und Verkehr ermöglicht es, erneuerbare Energien in allen Sektoren zu nutzen, sukzessive fossile Brenn- und Kraftstoffe zu ersetzen und dadurch Treibhausgase zu mindern.

Wir brauchen Praxiswissen aus der Wirtschaft für die Wirtschaft

Aktuell existieren jedoch noch zu wenige Studien, die alle Sektoren in den Blick nehmen und ihre Wechselwirkungen analysieren. Ein Großteil der Untersuchungen betrachtet ausschließlich die Infrastruktur der Stromversorgung. Zudem fehlt meistens die Sichtweise der betroffenen Unternehmen. Was wir jetzt brauchen, ist mehr Wissen aus der Wirtschaft für die Wirtschaft.

Mit der Leitstudie wollen wir genau das angehen: Wir streben einen aktiven Austausch mit Unternehmen aller Branchen, aber auch mit Forschungseinrichtungen an. Es geht uns darum, Praxiswissen aus der Wirtschaft zu integrieren, um realistische Transformationspfade für ein funktionierendes Energiesystem bis 2050 zu entwickeln. Gleichzeitig soll die Studie den Unternehmen einen Orientierungsrahmen für Investitionen und zukunftsfähige Geschäftsmodelle in einem integrierten Energiesystem bieten.

Wo sektorübergreifend gedacht wird, können Synergien für die Energiewende entstehen

Neben Aspekten wie Versorgungsicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit soll die Studie vor allem auch Sozialverträglichkeit und Akzeptanz der Energiewende berücksichtigen. Ziel ist es auch zu zeigen, in welchen Bereichen wir faire Wettbewerbsbedingungen schaffen müssen, anstatt potenzielle Lösungen ordnungsrechtlich zu verbieten. 

Gemeinsam mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen wollen wir Empfehlungen entwickeln, wie wir die angestrebte 80-prozentige Treibhausgasreduzierung in allen Sektoren erreichen können. Fest steht: Überall dort, wo sektorübergreifend gedacht wird, entstehen Möglichkeiten für Synergien im Sinne der Energiewende – und auch für neue Geschäftsmodelle.

Ihr Andreas Kuhlmann
Vorsitzender der dena-Geschäftsführung

 

Interessierte Unternehmen können sich an Christoph Jugel wenden.

 

Bildnachweis: Titel: Nils Kalliski; Porträt: Pedro Becerra

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